Warum Trinkgeld so unterschiedlich ist
In manchen Ländern ist Trinkgeld Teil des Lohns, in anderen eine Höflichkeit. In den USA wird die Bedienung praktisch ausschließlich vom Trinkgeld bezahlt – nicht zu zahlen ist eine Beleidigung. In Japan dagegen ist Trinkgeld unhöflich – Service gehört zum Preis. Es lohnt sich, die lokale Sitte vor der Reise zu kennen.
Europa – die wichtigsten Länder
Deutschland, Österreich, Schweiz: 5-10% bei zufriedenstellendem Service. Aufrunden ist üblich. Italien: 'Coperto' (1-3 € pro Person Gedeckpreis) ist meist im Preis. Trinkgeld 5-10% optional. Frankreich: 'Service compris' im Preis. 5% extra ist nett, aber nicht erwartet. Spanien: 5-10% bei guter Bedienung. Im Tapas-Lokal 1-2 € reichen. Portugal: ähnlich Spanien.
USA – das Trinkgeld-Land
Restaurants: 18-25% Pflicht (in vielen Bundesstaaten verdient Personal nur 2-3 USD/Stunde Grundlohn). Bar: 1-2 USD pro Drink. Taxi: 15-20%. Hotel-Concierge: 5-20 USD. Hotel-Housekeeping: 2-5 USD pro Tag. Friseur: 15-20%. Manche Restaurants berechnen Trinkgeld bei Gruppen automatisch (20-22%). Trinkgeld nicht zu zahlen wird als grobe Beleidigung empfunden.
Türkei, Ägypten, Marokko
Türkei: 5-10% in Restaurants (außer in All Inclusive-Hotels). 1-2 € pro Service-Mitarbeiter im Hotel ist üblich. Trinkgeld in Lira oder Euro akzeptiert. Ägypten: Trinkgeld ('Baksheesh') ist Lebensgrundlage – auch für kleine Dienstleistungen (Toilette, Hotel-Boy, Reiseleiter). 5-15% in Restaurants, 1-5 USD für persönliche Dienstleistungen. Marokko: 10% in Restaurants, 1-2 € für kleine Dienste.
Asien – sehr unterschiedlich
Thailand: Trinkgeld nicht traditionell, aber in Touristengebieten erwartet. 10% in Restaurants, kleine Beträge für Massagen (50-100 Baht). Vietnam: Ähnlich Thailand. Bali/Indonesien: 5-10% in Restaurants, wenig Trinkgeld bei Roller-Taxi. Japan: KEIN Trinkgeld – wird oft als Beleidigung empfunden. Service ist Stolz, kein Bittgeld. Singapur/Hongkong: Service-Charge schon im Preis, kein Trinkgeld nötig.
Die häufigsten Fehler
1. Zu viel in Niedriglohnländern: 100 USD Trinkgeld in Vietnam (wo das ein Wochenlohn ist) wirkt aufdringlich. 2. Zu wenig in den USA: Unter 15% gilt als Beleidigung. 3. Bargeld vs. Karte: In den USA Trinkgeld auf der Karte (man trägt die Summe selbst ein), in Europa und Asien meist Bargeld besser – kommt direkt beim Personal an. 4. Vergessen, Wechselgeld zurückzubekommen: In Italien etc. solltest du das Wechselgeld nicht 'einfach behalten lassen' – du wirst übers Ohr gehauen.
